Trageboxen und Vitrinen im Eigenbau 2 in 1 - Sicherer Transport und gelungene Präsentation

Dieses Thema im Forum "Tipps & Tricks" wurde erstellt von Patibo, 7. Oktober 2015.

  1. Patibo

    Patibo MBN-Team Mitarbeiter

    Trageboxen und Vitrinen im Eigenbau
    2 in 1 - Sicherer Transport und gelungene Präsentation

    Ein Modell, ob nun fertig, oder noch im Bau, muss natürlich auch ordentlich zur Geltung kommen. Man kann es natürlich einfach so auf ein Regal stellen, eine nette Decke drunter und eine Lampe darauf richten.
    Ungefähr zwei Jahre standen meine EAGLE und später auch mein Zerstörer eben einfach nur auf einem Brett an der Wand. Staubfang vorprogrammiert. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass die Modelle sich auf diese Weise nicht wirklich vom Mobiliar abgehoben haben.

    Ausschlaggebend für die Anfertigung dieser Vitrinen war die HERMANN MARWEDE, welche ich in einer solchen Box übernommen habe. Die hier vorgestellte Bauform habe ich daher von meinem Mentor übernommen und sie scheint auch sonst gängig zu sein.

    Abhängig vom Modell, kann eine solche Box natürlich unterschiedlich aussehen. Material, Größe, Gewicht und farbliche Gestaltung sind hier dem Modellbauer überlassen. Man kann eine solche Vitrine dann mit einer Plexiglasscheibe versehen, welche sich herausziehen lässt. Eine solche Vitrine bietet also mehrere Vorteile:

    - das Modell kommt optisch schön zur Geltung
    - mit der Box kann das Modell sicher transportiert werden (zum See/Treffen)
    - das Modell ist vor Staub und Dreck geschützt (erspart viel Reinigung)
    - das Modell ist vor neugierigen Fingern oder Haustieren sicher

    Wie das Ganze aussehen kann, seht ihr hier am Beispiel meiner THVRINGIA:

    IMG_668200.jpg

    Für die LAPIN hatte ich noch Vollmaterial verwendet und die einzelnen Platten gedübelt und verklebt, dass man von außen keine Schrauben oder Ähnliches sieht.

    IMG_158600.jpg

    Für die EAGLE und den Zerstörer bin ich wieder zur Variante der HERMANN MARWEDE zurück. Hier wurde mit Holzleisten und Sperrholzplatten gearbeitet. Das ist deutlich leichter! Die beiden großen Boxen wiegen zusammen etwa gleich viel, wie die kleine der LAPIN!
    Vom Arbeitsaufwand nehmen sich beide Varianten nichts, wenn man wirklich alles sauber durchführt! Wenn man alle Maße genau nimmt und passend schneidet, sauber verleimt und das Vollmaterial dübelt, dann liegt der Aufwand bei ca. 10 Stunden, auf zwei-drei Tage verteilt.
    Das gesamte Material zusammen, also Holz, Plexiglas, Griff, Leim, Beize etc. kam bei mir pro Box bei ungefähr 30€. Es kommt natürlich drauf an, was für Material man nimmt, ob man es von jemandem bekommt oder sogar schon daheim hat. Das Plexiglas ist auch variabel. Ich habe das stärkere mit 2,5mm genommen, in der Box der „Hermann Marwede“ ist wohl 1,5mm Material untergebracht. Bei Boxen, die noch größer als 90cm werden, müsste man über zusätzliche Holzleisten am unteren Ende der Scheibe nachdenken oder zu schweren 4mm Platten greifen.
    Da ich nun schon von mehreren Modellbauern auf die Boxen angesprochen wurde, möchte ich endlich ein kleines „How-To-Do“ präsentieren. Die hier gezeigten Schritte stammen von den Boxen für meine EAGLE und den Zerstörer, die die gleichen Abmessungen haben und die ich parallel angefertigt hatte. Sie kommen ohne Griff auf jeweils 880x350x180mm und wiegen etwa 2,5kg. Für meine THVRINGIA hatte ich später natürlich auch eine Box angefertigt, die deutlich kleiner ausfällt, aber demselben Prinzip entspricht.


    Im Grunde ist man in den Maßen natürlich offen, bedenken sollte man dabei nur zwei Dinge. Erstens, umso größer die Box wird, umso stabiler muss ich sie ausführen, da wahrscheinlich auch das zu transportierende Modell deutlich schwerer wird. Die Leisten müssen stärker ausgeführt werden und auch die Platten, sind sie wichtige tragende Elemente, müssen dicker ausfallen. Das sollte auch bei dem/den Griff/Griffen bedacht werden! Ebenso ist neben dem verkleben eine (unsichtbare?) Verschraubung sinnvoll. Und zweitens muss man sich wohl auch ein wenig nach der Plexiglasscheibe richten, obwohl ich mir vorstellen kann, dass man irgendwo auch an Material von 2 oder 3m kommt.



    Bevor es mit dem Bau losgeht, sollte man sich einen Plan machen und per Skizze die Maße und das benötigte Baumaterial ermitteln. Hier ist genaues Arbeiten von Vorteil, da sich so die einzelnen Arbeitsschritte besser ableiten und man selber weniger Fehler macht, die wieder mit Mehraufwand ausgebügelt werden müssen.
    Der erste Schritt bei meinen Boxen ist das Zurechtsägen aller Leisten für das „Skelett“. Man muss dabei natürlich bedenken, welche Leisten wie zusammengesetzt werden, also bspw. Überstände beachten und möglichst schon auf dem Plan vermerken.

    Vitrine0100.jpg

    Die Platten für die Rückseite, die Seitenteile, Deckel und Boden habe ich hier aus 4mm Sperrholz angefertigt. Wie bei den Leisten muss man sich überlegen, an welchen Kanten die einzelnen Platten zusammengeführt werden und die entsprechenden 4mm einplanen.
    Die Leisten werden dann, entsprechend den Überständen auf die Platten geklebt.

    Vitrine0200.jpg

    In meiner Reihenfolge erhalten die Rückseite und die Seitenteile Leisten, werden miteinander verklebt und dann der vorbereitete Deckel und Boden angebracht. Das Ganze entwickelt sich zu einer stabilen Box.

    Vitrine0300.jpg

    Der Deckel hat im Inneren zwei weitere Querleisten erhalten, die die Verschraubung des Griffs aufnehmen. Die Positionen muss man dementsprechend festlegen.

    Vitrine0400.jpg

    Der Griff ist bei diesen Boxen genau in die Mitte gekommen. Ob man einen Griff anbringt, oder zwei, eventuell sogar an den Stirnteilen muss man nach Größe und Gewichts des Modells entscheiden.

    Vitrine0500.jpg

    Als nächstes geht es an die Plexiglasscheibe. Für diese müssen Führungen angebracht werden, die man schon beim Anfertigen der Seitenteile und des Bodens bedenken muss! Ihr seht, eine durchdachte Skizze vor Arbeitsbeginn ist alles.

    Die innere Führung gibt das Leistenskelett und die Ränder werden durch die Sperrholzteile gestaltet. Außen kommen kleine Leisten an die Sperrholzplatten, die die Plexiglasplatte dann sicher halten.
    Auf die Scheibe selber kommt am oberen Rand ebenfalls eine Leiste. Auf dem Bild ist sie noch als „dünne“ ausgeführt. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Größe der Platte ein Nach-Außen-Wölben bewirkt. Dem kann die dünne Leiste nicht entgegenwirken. Mittlerweile habe ich die oberen Leisten an den Scheiben gegen 10mm Vierkant-Leisten aus Buche ausgetauscht. Das funktioniert deutlich besser. Verklebt wird die Leiste mit 2-K-Kleber auf der Scheibe.

    Vitrine0600.jpg

    Wer für den Transport die Plexiglasscheibe nicht mitnehmen möchte, kann bspw. eine zusätzliche Sperrholzplatte anfertigen, die an Stelle der Scheibe in die Führungen geschoben wird.
    Der Boden bekommt in Inneren dann noch eine Fixierung für den Modellständer. Je nachdem, wie „fest“ der Ständer das Modell hält, kann dieser natürlich auch zum Transport genutzt werden. Der meines Zerstörers ist allerdings eher zur Präsentation deutlich kleiner gehalten, so dass ich für den Transport (gerade im Auto) noch einen größeren aus Styrodur habe.

    Vitrine0700.jpg

    Im Grunde ist die Box damit fertig. Ich beize meine Boxen von außen noch gerne, damit wirken sie nicht so kahl. Aber auch Lacke sind nach Belieben wählbar, der ein oder andere bevorzugt aber auch vielleicht das blanke Holz.
    Noch die Folien von der Scheibe ab und fertig!

    Vitrine0800.jpg

    Ich weiß, dass eine solche Box nicht zwingend notwendig ist, aber sie ist eben sowohl für den Transport als auch für die Präsentation praktisch. Ich jedenfalls, werde jedem meiner kommenden Modelle eine eigene Box anfertigen.

    Gerade Modellbauer ohne solche Boxen haben hierdurch eventuell den Anstoß, ihre Modelle „Einzupacken“.

    Ich möchte aber nochmals anmerken, die Planung für die eigene Box liegt natürlich beim jeweiligen Modellbauer. Materialien und Verbindungsmethoden sollten so gewählt werden, dass die Box das Modell sicher schützt! Das fängt bei einem Griff und dessen Befestigung an, geht über die Materialstärken des Holzes und er Leisten und endet in einer sauberen Arbeitsweise mit ausreichend Stabilität. Es gibt da nichts Schlimmeres beim Transport, als wenn das Modell zu Boden rauscht…

    Viel Spaß beim Bauen eurer Vitrine/n!

    Patrick
     
    Black Falcon und robert031982 gefällt das.
  2. Trk

    Trk .

    moin Patrick,
    Ich habe mich am Samstag endlich mal durch gerungen eine Box zu bauen.
    Näheres im Laufe dieser Woche
    Gruß
    Totto
     
  3. Patibo

    Patibo MBN-Team Mitarbeiter

    Hey Totto,
    klasse, freue mich auf deinen Bericht (y)

    Patrick
     
  4. Trk

    Trk .

    Im großen und ganzen bin ich Deinem Bericht gefolgt.
    Bis auf Material und stärke aber das war nur weil der Baumarkt keine große auswahl hatte.
    Naja und der Actros muß später aus der Box raus fahren, weil komplett Dicht das ganze:)
    Eine öffnung wird es geben- muß ja irgenwie an den Zündschlüssel kommen:D:D:D
    Gruß
    Totto
     
  5. Black Falcon

    Black Falcon Mitglied

    Hi,
    auch wenn stark verspätet, aber trotzdem zum Anlass: danke für diesen Beitrag! :)

    Baue für die Flower jetzt auch einen Kasten. Der wird aber ohne Plexiglas sein, also blickdicht von allen Seiten.

    Grüße
    Falcon
     
  6. Patibo

    Patibo MBN-Team Mitarbeiter

    Danke dir :)
    Zur Not kann man ja später noch eine Scheibe ranholen ;)

    Patrick
     

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